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Herr
Kommerzialrat Wilhelm Wohleber
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Doch
schon bald, nämlich 1924, als das Radiofieber Europa
erfasste, dachte er über eine Erweiterung des Betriebs
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Radioapparate und Bestandteile in sein Programm
auf. Teils waren die
Produkte zugekauft, aber zum Teil auch in der eigenen Werkstätte
erzeugt. Zum damaligen Zeitpunkt nannte sich die kleine Firma
"RADIOLA".
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Die
Produkte hatten unterschiedliche Namen, so zum Beispiel: AERIOLA, AEROPHON, RADIOGLOBE,
RADIOLA und
RADIOPA. Produziert wurde alles, was das Herz des Rundfunkhörers,
sowie des
Radiobastlers begehrte, vom einfachen Detektorapparat bis hin zu
den höchstwertigen 8-Röhren- Empfangsanlagen. Doch
die Probleme mit
dem Firmennamen und den Produktnamen waren absehbar (Radiola war in
den USA ein für RCA geschützter Name, auch
in Frankreich gab es einen gleichnamigen Hersteller, Aeriola
war der Markenname von Westinghouse). Deshalb mußte Wilhelm
Wohleber rasch einen neuen Firmennamen finden,
um eventuellen Klagen
großer Konzerne zu entgehen. Ab 1927 hieß das Unternehmen
"MINERVA",
obwohl
in Deutschland die Firma Carl Lochmann, Berlin, den gleichen Namen
innehatte. Die Firma Minerva war zu einem
festen und allseits bekannten Unternehmen
der österreichischen Radioindustrie geworden
und konnte ständig ihre Produktpalette erweitern.
So wurden in der
Saison 1929/30, als die
Firma ihr 10-jähriges Bestandsjubiläum
feierte, 27 (!!!) verschiedene
Empfänger,
Vorsatzgeräte, Netzanschlußgeräte, sowie Lautsprecher
und Plattenspieler den
Kunden angeboten!
Die
folgenden Jahre brachten die Wirtschaftskrise
in Europa, davon war auch die Radioindustrie betroffen. Minerva setzte drei Zeichen, um
überleben zu können:
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Man
produzierte ab 1933 nur noch hochwertige Superhetempfänger,
die Fertigung von Geradeaus-Typen wurde eingestellt.
Der Erschließung der Exportmärkte maß man
bei Minerva erhöhtes Augenmerk bei. So versuchte man sowohl in mitteleuropäischen
Ländern Fuß zu fassen, als auch den nahen, mittleren und
fernen Osten zu beliefern.
Minerva war auf Ausstellungen in Europa, Afrika und selbst in China
vertreten. Bis zum Jahr 1938 stieg der Exportanteil auf 40% der Gesamtproduktion.
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Der
dritte und zukunftsträchtigste Schritt
war die Lizenzproduktion. Bedingt durch
hohe Schutzzölle innerhalb Europas war ein Export
nicht gerade leicht. Minerva betrieb deshalb
Lizenzfertigungen in Italien (mit AQUILA), in der Schweiz (mit TITAN),
in Polen (mit ELEKTRIT) und in Frankreich. Das Konzept erwies sich als erfolgreich
und bewährte sich über Jahrzehnte.
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Einen großen Einschnitt in die Entwicklung des Unternehmens brachte das
Jahr 1938 mit sich, als Österreich und damit seine ganze Industrie
dem Deutschen Reich einverleibt wurde. Während der nun folgenden
Kriegsjahre mußte Minerva seinem Vorsatz, nur noch Superhetempfänger
herzustellen, durch die Verpflichtung zur Produktion des DKE
und VE, untreu werden.
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Darüber
hinaus wurde der Betrieb vermehrt in die Rüstungszulieferindustrie
eingebunden, die zivile Produktion wurde zurückgedrängt. Dennoch
waren die Konstrukteure in den Radiolabors nicht untätig, galt es
doch jedes Jahr neue Modelle für die Lizenznehmer zu entwickeln.
Mit
dem Jahr 1945 und den massiven Bombenangriffen auf die Hauptstadt
Wien, sowie dem darauffolgenden Einmarsch der Sowjettruppen schien
das endgültige „Aus“ für dieses alte Wiener
Traditionsunternehmen besiegelt. Hauptgebäude zerbombt, Röhrenlager
abgebrannt, Rohmaterialien und Maschinen verschleppt.
Minerva stand vor dem Ende!
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Der
Neubeginn! |
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Frau Elisabeth Wohleber |
Herr
Ing. Egon Mally |
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Aber
nach einem Jahr unermüdlicher Aufbauarbeit und Sichtung der
noch vorhandenen Materialbestände, gelang es Minerva, das
erste in Serie gefertigte Rundfunkgerät auf den Markt zu
bringen. Rasch ging es wieder bergauf.
Dennoch
war der weitere Weg des Unternehmens von vielen Problemen und
Rückschlägen gezeichnet.
1950
starb Wilhelm Wohleber im 60. Lebensjahr knapp nach dem 30-jährigen
Firmenjubiläum. An seine Stelle trat seine Gattin Elisabeth,
Herr Ingenieur Egon Mally wurde zum Direktor des Unternehmens
bestellt.
In
diese Zeit fiel auch der alte Trick eines der größten europäischen
Röhrenherstellers, die Firma durch Fälligstellung von
offenen Rechnungen in seinen Besitz zu bringen. Doch Minerva
gelang es, die Verbindlichkeiten zu begleichen und die für
die Produktion notwendigen Teile von anderen Anbietern zu
beziehen.
Der
Betrieb florierte und Minerva wurde bei der technischen
Entwicklung zum Vorreiter:
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