Minerva in der
Schweiz: 
Auch in der Schweiz beginnt, wie in anderen Ländern auch, im Jahr 1936 die Produktion von Minerva- Radios.
Kooperationspartner und Lizenznehmer war die Firma TITAN in Zürich. Diese Firma, 1919 als Handelshaus gegründet, vertrieb Fahrräder, Motorräder, Automobile, Schreibmaschinen und ab 1933 auch Minerva- Radios aus Österreich.
Die Produktion war in der Stauffacherstraße 45 in Zürich angesiedelt. Unter eigener Produktion ist folgendes zu verstehen: Federführend für die technische Entwicklung war das Stammhaus in Wien, das auch die groben Richtlinien für das Gerätedesign vorgab. Die Fertigung erfolgte zum Teil mit in der Schweiz erhältlichen Bauteilen bzw. Röhren, die Spulengruppen und andere qualitätsbestimmende Baugruppen wurden aus Wien übernommen. So gelang es Titan, jährlich etliche Modelle mit unterschiedlichen technischen Ausstattungsmerkmalen auf den Markt zu bringen. Eine Besonderheit für den Schweizer Markt ist die Notwendigkeit des Drahtfunkempfanges (man muss zwischen HF- und NF- Telefonrundspruch unterscheiden) , die bei vielen Modellen verwirklicht wurde. Auch waren Radio- Phono- Kombinationen sehr gefragt und deshalb im Vertriebsprogramm von Minerva-Titan.
Blick auf die Skala eines sehr frühen Minerva- Gerätes,
das noch importiert wurde
Der Grund, warum der Importeur Titan den Schritt in die Produktion von Rundfunkgeräten wagte, war die allgemeine wirtschaftliche Situation. Ein zusätzliches Standbein zum Handel mit den oben erwähnten Gütern schien notwendig, noch dazu, wo Einfuhrzölle drastisch erhöht wurden und der Import mancher Artikel kontingentiert war.
Werbung aus des Saison 1938/39 für eine Phono- Kombination (unterschiedliche Chassis standen zur Auswahl)
Das ist die erste Variante des Kleinsupers Minola, gebaut
ab 1943
Der zweite Weltkrieg mit all seinen Auswirkungen ließ die Hilfestellung für Titan drastisch zurückgehen, was zur Folge hatte, dass der Hersteller gezwungen war, die Eigeninitiative zu ergreifen! Die Materiallieferungen aus Wien wurden spärlicher und Titan mußte seinen Bedarf im Inland decken. Auch bei den Gehäusen ist jetzt eine eigene Linienführung zu erkennen.
Die Titan A.G. wird immer selbstständiger,
die Modelle
erinnern nicht mehr an Minerva (1944)
Chassis des Kleinsupers
"Minola"
im Holzgehäuse (1948)
Dennoch währt die Zusammenarbeit bei Produktion und Import (einige Radios, wie die Modelle 400 K und Minerdyn stammen aus der Fertigung von Philips Holland bzw. Hornyphon Preßburg) bis zur Saison 1947/48. Zu diesem Zeitpunkt wird der Vertrag gelöst und Titan fertigt weiter ohne der Hilfe aus Wien. Dennoch versuchte Minerva, dessen Name in der Schweiz mittlerweile ja gut bekannt war, weiterhin Radios zu verkaufen. So war es wieder eine Generalvertretung, A. Fenner & Cie., die die Minerva-Produkte in der Schweiz an die Kunden brachte.
Werbung 1951: Minerva 515 aus Wien,
kombiniert mit Plattenspieler und Tonbandgerät, zum
Preis von 1560 Fr.
Diese Geschäftsbeziehung war in den folgenden Jahren recht erfolgreich, bis sich die Firma Fenner aus dem Geschäft mit Radios zurückzog und sich ausschließlich der Vertretung von Saab- Automobilen widmete.
© 2001 Fritz Czapek
Bilder und Informationen von Armin F. Egli und weiteren, netten Sammlerkollegen aus der Schweiz
Die Themenübersicht:
| Eine Bilderreise in die Vergangenheit, Teil 1: |
| Eine Bilderreise in die Vergangenheit, Teil 2: |
| Eine Bilderreise in die Vergangenheit, Teil 3: |
| Rundgang durch die Wiener Minerva- Fabrik: |
| Minerva in Polen: (In Arbeit) |
| Minerva in Italien: |
| Minerva in Frankreich: (In Arbeit) |
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